Das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des FCE noch stärker zu unterstützen ist ein vorrangiges Ziel des Förderkreises. Doch wo drückt bei der Talente­ausbildung der Schuh, wie können Sponsoren und Freunde der jungen Veilchen nachhaltig helfen? Olaf Seifert fragte nach bei Carsten Müller, dem Leiter der Auer Fußballschule.

Wenn Sie Wünsche frei hätten, welche möchten Sie als erste erfüllt sehen?
Wenn die Möglichkeit besteht, würde ich den Wunschzettel in fünf Teilbereiche gliedern. Ziel ist es, vielfältige Möglichkeiten zur Unterstützung unserer Nachwuchsarbeit aufzuzeigen. Dabei handelt es sich insbesondere um die gezielte Förderung der talentiertesten Spieler im NLZ, das Füllen eines „sozialen Topfs” zur Unterstützung der Nachwuchsspieler, die enge Verzahnung mit einem Nachwuchsteam durch Übernahme einer Patenschaft, die weiterführende Anschaffung von Trainingsmaterialien sowie Investitionen in die Aus- und Fortbildung unseres Trainerteams. Überall können uns die Förderer hierbei vielfältig helfen, und zwar jeder mit seinen Möglichkeiten und Stärken. Im Nachwuchsbereich zählt wirklich jeder Euro.
Konkret, wie können diese die besten Talente auf dem Weg in die Spitze begleiten?
Etwa, indem ein Betrieb die Patenschaft über ein Ausnahmetalent übernimmt. Dem Jungen über Jahre zur Seite steht und dabei ein Ausbildungsniveau ermöglicht, das nur bei den ganz wenigen Top-Hoffnungen gerechtfertigt und entsprechend teuer ist. Nur Top-Talente schaffen es bis in den Kader unserer ersten Mannschaft oder wechseln zu einem anderen Bundesligaverein. War der Spieler vertraglich gebunden, wird eine entsprechende Ausbildungsentschädigung erzielt, die dann wieder in die Ausbildung unserer Fußballer investiert werden kann.
Weiterhin können Förderkreismitglieder helfen, zusätzliche Leistungstests und spezielles Equipment für die Eliteausbildung zu finanzieren. Oder sie bieten Praktika, Lehrstellen und Jobperspektiven, damit junge Spitzenfußballer ihre Perspektive bei den Veilchen sehen. Vereine sind gut beraten, Ausnahmespieler beizeiten zu binden. Auch dem Jugendlichen bietet ein fairer Vertrag Sicherheit und Motivation. Der Vertrag ist Ansporn, kostet aber auch schon ordentlich Geld, das der Verein in seinem Etatplan berücksichtigt. Schön wäre es, wenn ein Partner zusätzlich zu seinem Sponsorenbeitrag für den FC Erzgebirge solche Vertragskosten übernimmt und wir so die Zahl an Verträgen erhöhen könnten. Dies wäre eine lohnende Investition in die Zukunft, ohne dass der aktuelle FCE-Etat belastet wird.

Gut 130 Schüler, von der U 19 bis zu den Bambinis, bildet Ihr im NLZ ausgebildet. Die wenigsten werden mit Fußball später ihr Geld verdienen.
Stimmt, weshalb ich Elite und sozial gern in einem Atemzug sage. Beim Sport lernen junge Leute Teamgeist, Motivation, Zielstrebigkeit, Verlässlichkeit, Ehrgeiz, Selbstständigkeit, Ehrlichkeit oder mit Stress umzugehen. Alles Dinge, die jeder später in Job und Familie braucht. Und alles Eigenschaften, die moderne Unternehmer doch brennend interessieren müssen, wenn es um den Berufsnachwuchs ihrer Betriebe geht. Deshalb bin ich sehr dafür, wenn unsere Junioren Firmen im Erzgebirge kennenlernen und dabei vielleicht schon Berufswünsche entwickeln. Ziel ist eine Win-win-Situation für alle Seiten.
Der FC Erzgebirge leistet viel, um jungen Fußballern eine optimale, umfassende Bildung im Nachwuchsleistungszentrum zu sichern. Trotzdem bleiben Eltern und Familien gefragt, aber nicht alle habe die Mittel dafür. Hier könnten sich Förderkreismitglieder einbringen und einen Topf füllen, aus dem dann Nachhilfeunterricht, Fahr- und Essengeld finanziert werden, wenn ein Schüler die jeweilige Hilfe braucht. Ich möchte, dass keiner verlorengeht, wie schwierig eine persönliche Situation im Moment auch sein mag. „Keiner darf verloren gehen!”, dieses Bemühen sollen die Kinder und Eltern in unserem „Kumpelverein“ spüren.
Woran denken Sie beim Wort Teamförderung?
An eine Menge gute Beispiele. Da spendiert ein Papa der Mannschaft vom Sohnemann einen Satz Trikots, Eltern geben finanzielle Unterstützung zur Durchführung von Trainingslagern, organisieren gemeinsame Grillabende und Weihnachtsfeiern. Wenn Kinder 300 oder 400 Kilometer zu Turnieren reisen, hilft es sehr, wenn sie vor Ort übernachten und vielleicht zusammen ein Musical erleben.
Aktuell läuft ein Feldstufentest mit der TU Chemnitz. Die wissenschaftliche Analyse ist wesentlich für die künftige Trainingsmethodik in den Teams, kostet aber zusätzlich Geld. Ein Projekt, über das ich gerne mit dem Förderkreisvorstand sprechen würde. Genauso wie über zusätzliche Möglichkeiten der Qualifizierung von Trainern und Betreuern im Nachwuchsbereich.

Wo ist Sponsoreneinsatz dabei erwünscht?
Speziell für fachliche Weiterbildung und beim Erwerb von Trainerlizenzen. Nicht alles können Verbände oder der FCE übernehmen. Und dann wünschen sich Trainer Materialien und Ausrüs­tungen für die tägliche, noch qualifiziertere Ausbildung oder fürs Internat.
Aber das ist jetzt schon der nächste Punkt. Ich zähle jetzt bloß mal ein paar Sachen auf: Soccer Court, die Anschaffung einer Tischtennisplatte sowie die Ausgestaltung der Räume und Flure im Internat, Technik für Videoanalysen… Am bes­ten ist es, wenn wir in gemeinsamen Gesprächen Ideen austauschen. Für unsere Trainer und für mich bieten sie die Gelegenheit, persönlich Dank zu sagen für all das, was Ihr vom Förderkreis in den letzten Jahren schon Tolles geleistet habt. Danke, Kumpels!

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